Italienische Alcoa-Arbeiter protestieren gegen Fabrikschliessungen
03.02.2010 – Die Unzufriedenheit über die angekündigte Schliessung zweier Aluminiumhütten bis zum 6. Februar schlägt immer höhere Wellen. Die jüngste Episode: Ein Sitzstreik von Alcoa-Mitarbeitern in Rom.
Etwa 400 Arbeiter nahmen gestern daran teil, kurz bevor sich Alcoa-Funktionäre, Gewerkschaften und Regierungsbeamte trafen. Letzte Woche hatte Premierminister Silvio Berlusconi sich in einem Brief an CEO Klaus Kleinfeld gewandt und ihn gebeten, den Betrieb in den Werken in Portovesme und Fusine weiterhin aufrecht zu erhalten. In dem Schreiben warnte Berlusconi auch vor einer sozialen Krise, welche die Beziehungen zwischen dem Unternehmen und Italien beeinträchtigen könnte.
Am Sonntag erwähnte Papst Benedict ausdrücklich die beiden Betriebe im Kontext seines Angelus-Gebets: „Die Wirtschaftskrise verursacht den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze und dies erfordert von allen ein hohes Verantwortungsbewusstsein“, erklärte der Pontifex. Zuvor hatten am vergangenen Freitag Alcoa-Mitarbeiter aus Portovesme kurzfristig den Flugbetrieb des Flughafens Cagliari unterbrochen.
Im November 2009 kündigte Alcoa die vorübergehende Stilllegung der Aluminiumhütten in Portovesme und Fusine an, nachdem die EU-Kommission die Zurückzahlung von staatlichen Zuschüssen verlangt hatte. Alcoa vertritt den Standpunkt, dass der Betrieb seiner Werke ohne subventionierten Strom nicht aufrecht zu erhalten sei.