
Sandguss
Der Sandguss ist eines der ältesten bekannten Giessverfahren und gehört zu den Verfahren mit den so genannten verlorenen Formen. Das Giessen erfolgt hier in Negativformen aus Quarzsand, der z. T. durch Binder aus Ton oder Harzen zusammengehalten wird. Für Hohlräume können in die Negativform Sandkerne eingebracht werden. Nach dem Giessen wird die Sandform zerstört.
Der Sandguss wird heute bevorzugt zur Fertigung grosser bis sehr grosser Gussteile, bei kleinen bis mittleren Seriengrössen sowie zur Herstellung von Einzelstücken und Prototypen eingesetzt. In diesen Fällen ist das Giessen mit Dauerformen nicht wirtschaftlich und zum Teil auch gar nicht möglich.
Ein weiterer Vorteil dieses Formgebungsverfahrens ist die relativ leichte, schnelle und kostengünstige Herstellung der Giessmodelle und deren Änderungsmöglichkeiten sowie deren Anpassung an die Geometrie des Formstückes.
Fachmännisch hergestellte Sandgussstücke haben eine hervorragende Qualität und können sowohl wärmebehandelt als auch geschweisst werden.
Heute stehen dem Giesser moderne Formautomaten mit automatischer Sanddosierung und Verdichtung aber auch zur Entformung zur Verfügung,
die auch grössere Serieproduktionen wirtschaftlich werden lassen. Es sind dabei Auflagen von bis zu 200 Formen pro Stunde möglich.
Formherstellung
Ausgegangen wird von Formmodellen, die jeweils eine Giesshälfte der angestrebten Endform sowie Eingussystem, Entlüftung und Steiger abbilden.
Auf die eine Modellhälfte wird ein Formkasten gesetzt und mit Sand aufgefüllt. Mit der zweiten Modellhälfte wird gleich verfahren. Allfällige Kerne werden in Negativformen hergestellt.

Herstellung der Sandform
Quelle: Alu-Scout® (grr)
Zur Verfestigung des Formsandes stehen verschiedene Verdichtungsverfahren zur Verfügung: die Verdichtung kann durch Rütteln, und Pressen erfolgen, die z. T. mit Luftstrom- oder Blaspressen ergänzt werden. Überdies kann die Verdichtung auch mittels dem Sand beigemischter Bindemittel, die chemisch oder thermisch zur Aushärtung gebracht werden, erreicht werden.
Der Sand als Formstoff wird im Vergleich zum
Eisengiessen weniger stark verdichtet, damit die Entgasung der hydrostatisch leichteren
Aluminiumschmelze gewährleistet ist. An den Modellen müssen deshalb etwas grössere Radien
angebracht werden. Die weniger hohe Verdichtung vermindert andererseits die
Neigung zur Warmrissbildung der eingesetzten Legierungen.
Giessen
Das Giessen selbst findet unter normalen
Umgebungsbedingungen statt.

Giessvorgang
Quelle: Alu-Scout® (grr)
Entformen
Nach dem Giessvorgang wird die
Sandform aufgebrochen und das Formstück entnommen.Zum Aufbrechen des Formsandes können Vibration oder andere mechanische Einwirkungen eingesetzt werden.

Entformung
Quelle: Alu-Scout® (grr)
Nach der Säuberung des Gussstückes werden Eingusssystem, Entlüftung und Steiger abgetrennt.
Der gebrauchte Formstoff wird
aufgearbeitet und kann wieder eingesetzt werden.
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